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Psychatrie und Subjektivität im Wandel

Erfahrungen von Patientinnen und Patienten bundesdeutscher psychiatrischer Einrichtungen von den 1960er Jahren bis heute

Gefördert durch:

Deutsche Forschungsgemeinschaft

Projektleitung:

Prof. Ulrich Bröckling

Mitverantwortliche:

Dr. Andrea zur Nieden

Mitarbeiterin:

Mag. Karina Korecky

Laufzeit:

2017 - 2020

Kurzbeschreibung:

Die Erfahrung von Psychiatrie stellt eine besondere Herausforderung an die Wahrnehmung und Deutung der eigenen Person dar. Diese Selbstwahrnehmung geschieht vor dem Hintergrund sich wandelnder Bilder von psychischer Krankheit und neuen institutionellen Versorgungsangeboten. Das Forschungsvorhaben erhebt und beschreibt die Selbstdeutungen von Psychiatrieerfahrenen angesichts des institutionellen und diskursiven Wandels der Psychiatrie von 1960 bis in die Gegenwart. Wir analysieren die Subjektivierungsweisen (ehemaliger) PatientInnen, d. h. die Formen und Strategien der Wiedergewinnung von Handlungsfähigkeit und Autonomie, die durch Psychiatrieerfahrung in Frage gestellt sind. Ergebnis ist eine Typologie von Deutungsmustern des Subjektstatus' von Psychiatrieerfahrenen im Wandel, des psychiatrisierten Selbst. Dieses Ziel orientiert sich an aktuellen Debatten um Patientenautonomie versus Zwang im psychiatrischen Feld, an der gesundheitspolitisch zunehmenden Betonung von Eigenverantwortung und Prävention im Bereich der Psychiatrie sowie an den Debatten um Theorie und Geschichte des Subjekts in der Soziologie.