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Etablierte Außenseiter. Über Reproduktion und Transformation ethnografischen Wissens in der US-Amerikanischen Soziologie

Projektleiterin: Prof. Dr. Nina Degele
Projektmitarbeiterin: Debora Nierman, M.A.
Laufzeit:  08/2017 - 07/2019

 

Kurzbeschreibung:

Das Vorhaben untersucht die sozialen Dynamiken der Reproduktion und Transformation ethnografischen Wissens in den Generationenbeziehungen US-Amerikanischer Ethnograf_innen der Gegenwart und damit jenseits der klassischen Chicago School. Das Projekt zielt sowohl auf die empirische Beschreibung der hierzulande wenig bekannten Ausdifferenzierung ethnografischer Ansätze in der Soziologie, als auch auf die rekonstruktive Analyse weiterhin konstitutiver Verbindungen zwischen den verschiedenen Schulen und Protagonist_innen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die im Rahmen der projektspezifischen Vorarbeiten entwickelte Figur der ‚Etablierten Außenseiter’: In einer Phase der Konsolidierung ethnografischen Forschens gilt Randständigkeit weiterhin als gemeinsam geteiltes epistemologisches Gütekriterium und wirkt in den Selbstnarrationen der Ethnografierenden maßgeblich identitätsstiftend. Gleichzeitig hat sich die soziostrukturelle Positionierung von Ethnograf_innen im Wissenschaftssystem deutlich verbessert; aus den ehemaligen Underdogs sind längst Etablierte geworden. Empirische Grundlage des Projekts sind teilnarrative Interviews mit Vertreter_innen unterschiedlicher ethnografischer Ansätze und ihren (ehemaligen) Schüler_innen sowie Beobachtungsprotokolle von einschlägigen Tagungs- und Lehrkontexten. Die wissenschaftssoziologische Studie leistet damit einen Beitrag zur empirisch gestützten Reflexivität zu Prozessen der Wissensproduktion in den Qualitativen Methoden.