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Promotionsprojekt Sara Frenzen

 sara.frenzen@soziologie,uni-freiburg.de

 

 

Die Kunst der Freundschaft - Eine dekonstruktivistische Analyse künstlerischer und narrativer Projektgruppen in der Konflikttransformation

 

Dieses Dissertationsprojekt untersucht Bindungs- und Abgrenzungsmuster und Mechanismen der In- und Exklusion auf einer zwischenmenschlichen Ebene, die sich in sozialen Feldern entspannt, die von gewaltsamen oder ehemals gewaltsamen internationalen/interethnischen Konflikten geprägt sind. Es untersucht Kontaktfunktionen auf dem bisweilen schmalen Grat zwischen Einigkeit und Zerwürfnis, Freundschaft und Feindschaft. Der Fokus liegt dabei auf künstlerischen und narrativen Kommunikationsformen und auf ihrem Potential für eine symbolische Neuverhandlung von Konzeptionen wie etwa „Freund und Feind“, „Zugehörigkeit“, „Ausgeschlossenheit“, „(Un)Sicherheit“, „Loyalität“, „Verrat“, und „Ehre“. Untersuchungsgegenstand sind Kleingruppenprojekte, die Konfliktparteien in Theater-, Kunst-, Tanz-, Musik- oder Erzähl-Projekten vereinen und in ihrer Arbeit verschiedene Narrativen des Konfliktes ergründen.

 

Die Studie will dominante diskursive Gebilde innerhalb der Gruppenprojekte sowie in der öffentlichen Darstellung der Konflikte kartieren. Dabei möchte sie Semantiken der Freund- und Feindschaft erörtern und Praktiken der Annäherung und Separation herausarbeiten. Sie macht sich auf die Suche nach den Orten, an denen die Prozesshaftigkeit und die „bruchhafte“ Natur der Narrativen sichtbar (gemacht) werden und erforscht, was geschieht, wenn die Gruppenteilnehmer solche Orte „aufbrechen“ und Bedeutungen neu verhandeln. Auf dieser Suche will das Forschungsvorhaben Fragen nach der Wechselwirkung zwischen dem Selbst- und Fremdverständnis der Gruppenmitglieder und den in ihren Herkunftsgemeinschaften vorherrschenden Beziehungsmustern ebenso erläutern, wie Fragen nach dem sozialen Kapital, das eingesetzt wird, um Beziehungsmuster und Identitäten aufrecht zu erhalten oder zu verändern.

 

Die Studie folgt einer korrelationistisch-integrativen Wissenssoziologie und ist der Akteur-Netzwerk Analyse verwandt. Sie ist geleitet von einer „dekonstruktiv-poststrukturalistisch informierten Sozialwissenschaft“ im Sinne Laclaus und Mouffes und nimmt zudem Bezug auf sozialkonstruktivistische Ansätze der Cultural Studies, Sozialpsychologie und Politikwissenschaft. Methodologisch vereint sie Elemente der Diskurs-Analyse, der Narrativ-Analyse und der ethnomethodologischen Konversationsanalyse.

  

 

Sara Frenzen hat Anglistik und Politikwissenschaft (BA) an der Ruhr-Universität Bochum und Friedens- und Konfliktforschung (MA) an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg studiert.