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EVADEX

BMBF-Verbundprojekt „Methoden zur standardisierbaren Evaluation von Messsystemen für Explosivstoffspuren“

Laufzeit:          11/2014 – 10/2017

Mitarbeiter:     Dipl-Soz. André Biermann (bis einschließlich 06/2016), M.A. Martina Biebert

 

Das vom Fraunhofer ICT koordinierte Verbundprojekt „Evadex“ wird im Rahmen des Bundesforschungsprogrammes für zivile Sicherheit im Themenfeld „Schutz vor Explosionsgefahren und Chemieunfällen“ (http://www.sifo.de/files/Projektumriss_EVADEX.pdf) gefördert. Als Kernziel des Gesamtprojektes wird eine reproduzierbare Evaluierungsmethodik für Spurendetektionssysteme im non-Aviation-Bereich entwickelt, die – umgesetzt in eine DIN-Spec – als Grundlage für eine spätere Zertifizierung herangezogen werden kann. Eine solche durchgängige einheitliche Evaluierungsmethodik ist für den non-Aviationbereich noch nicht existent und soll im Hinblick auf die spätere Nutzung und Akzeptanz durch einen sowohl aus rechtlicher als auch aus ethischer Sicht unbedenklichen und ganzheitlichen Ansatz realisiert werden.

 

Als wesentliche Aufgabe des soziologischen Teilprojektes sind die angestrebten Einsatzverfahren – darunter der Einsatz von Sprengstoffspürhunden  – zunächst auf ihre Akzeptanz und Akzeptabilität sowohl bei den betreffenden Einsatzkräften und Endnutzern als auch bei der zu schützenden und potenziell zu kontrollierenden Bevölkerung zu prüfen. Hierzu wird ein triangulierendes Forschungsdesign mit quantitativen und qualitativen Auswertungsmethoden entwickelt und implementiert, wobei verschiedene Erhebungsverfahren wie teilnehmende Beobachtung, Gruppendiskussionen, Leitfadeninterviews und standardisierte Fragebögen zur Geltung kommen. Unter Berücksichtigung dieser soziologischen Akzeptanzmessungen sind die Anwendungsmodalitäten der im Gesamtprojekt zu entwickelnden und zu prüfenden Detektionsverfahren rechtswissenschaftlich – unter Leitung von Prof. Dr. Thomas Würtenberger vom Center for Security and Society – zu bewerten und so für die Projektpartner aufzubereiten, dass sich klare Leitlinien für deren Standardisierung ergeben.

Neben den genannten Schwerpunkten berührt das soziologische Teilprojekt grundlagentheoretische Fragen aus dem Bereich der Technikgeneseforschung, der Surveillance Studies und der Human-Animal-Studies. So wird beispielsweise das Verhältnis von sozialen Normen zu de-facto-Standards und Prozessen technischer Normung beleuchtet.