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Lehre

Es werden regelmäßig Lehrveranstaltungen aus den Themenfeldern Sicherheit, Techniksoziologie und Organisationssoziologie angeboten. Schwerpunkte bilden dabei eine kulturtheoretische Ausrichtung, im Bereich empirischer Forschung wird mit qualitativen Methoden, insbesondere mit diskursanalytischer Ausrichtung gearbeitet.

Aktuelle Lehrveranstaltungen

Medientheorien

Termin: Mi 14:00 bis 16:00
Raum: KG IV - Übungsraum 1
Studienleistung für alle: (1) Lektüre der Basistexte; (2) aktive Mitarbeit; (3) 2 mdl. Präsentationen (mit Thesenpapier), (4) Zusammenfassung von zwei Basislektüren bis zum Seminarbeginn (2 Seiten)

Kommentar:

Die Historizität und kulturelle Relativität von Deutung und Wahrnehmung ist kultursoziologischer „common sense“. Medientheorien bieten der Soziologie einen theoretischen wie empirischen Horizont an, in dem die Erzeugung von kultureller Kommunikation, Gedächtnis und Weltwahrnehmung durch jeweils historische Medien- und Kulturtechniken erklärt wird.

Das Seminar setzt an dieser Schnittstelle zwischen Soziologie und Medientheorie an. In einem ersten Teil werden prominente theoretische Konzepte einzelner Autoren erarbeitet: zum einen die medientheoretischen Grundlagen bei Marshall McLuhan und Friedrich Kittler, zum anderen der soziologische Medienzugang von Bruno Latour. In einem zweiten Teil wird die analytische Kraft medientheoretischer Perspektiven für Kultur- und Medientechniken der Kontrolle und des Überwachens ausgelotet. Im Fokus stehen spezifische Medien- und Kulturtechniken (wie Fotografie, Kartografie, Film, Video), deren epistemische und normierende Effekte anhand theoretischer Arbeiten und empirischer Fallbeispiele ausgelotet werden. Die Themenwahl für den zweiten Teil des Seminars erfolgt in Absprache mit den Seminarteilnehmerinnen.

 

Gewalt, Krieg, Macht

Termin: Die 14:00 bis 16:00
Raum: KG IV - Übungsraum 1

Kommentar:

Paradoxie kennzeichnet das Verhältnis zur Gewalt. Das Problem der Gewalt gilt weitgehend als gelöst, dennoch scheint sie überall hervorzubrechen. So amorph ihre Erscheinungsformen, so vielfältig ihre Ursachen, so schwer scheint sie zu bändigen. In dem Maße, in dem moderne Gesellschaften Institutionen und Verfahren der Ordnungsstiftung entwickeln, scheinen sie zugleich die Bedingungen zu produzieren, Gewalt zu entfesseln. Die Gesellschaft gilt als weitgehend gewaltfrei, zugleich aber ist sie von Gewalt fasziniert und wird von ihr heimgesucht. Gewaltfreiheit und Frieden gelten als Normalzustand, zugleich sind Familiengewalt, Jugendgewalt, kriminelle, terroristische und kriegerische Gewalt zumindest medial präsent. Gewalt zerstört Kultur, Gesellschaft, Soziales und stiftet zugleich Gemeinschaft. Auch die soziologische Reflexion stellt weitgehend auf die Gewaltfreiheit der Gesellschaft ab. Gewalt ist insofern eine Herausforderung für die Theoriebildung und Gesellschaftsdiagnose. Im Seminar werden in einem ersten Teil ausgewählte sozial- und kulturtheoretische Zugänge zum Phänomen der Gewalt verhandelt. Ein zweiter Teil nimmt je nach Interesse der Teilnehmerinnen spezifische Gewaltphänomene – wie etwa politische Gewalt, Jugendgewalt, Terrorismus, „neue“ Kriege – in den Blick.
 

Soziologie der Organisation

Termin: Mi. 10:00 bis 12:00
Raum: KG IV - Übungsraum 1

Kommentar:

Amatai Etzionis Beobachtung aus den 1960er Jahren, dass wir in Organisationen geboren werden, von ihnen ausgebildet werden, für Organisationen arbeiten, überhaupt den größten Teil unseres Lebens in Organisationen verbringen und schließlich von Organisationen unter die Erde gebracht werden, wird man auch heute kaum widersprechen. Die Relevanz der Sozialform Organisation ist unbestritten: Die moderne Gesellschaft ist eine Organisationsgesellschaft. Schwieriger sind allerdings die beiden Fragen zu beantworten, was genau Organisationen sind und warum sie in der Moderne solch universelle Bedeutung erlangen. Was unterscheidet Organisationen von anderen Sozialformen (Familien, Märkten, Netzwerken) und welchen Beitrag leisten Organisationen für die Modernität einer Gesellschaft? Im Seminar soll diesen Fragen nachgegangen werden. Ein erster Seminarteil verhandelt grundlegende Aspekte der Organisationssoziologie. Zunächst stehen die drei charakteristischen Merkmale von Organisationen im Blick: ihre Zweckorientierung, ihr hierarchischer Aufbau und die Organisationsmitgliedschaft. Dann werden die drei Seiten der Organisation in ihrer soziologischen Bedeutung verhandelt: die formalisierte Organisationsstruktur, die für Organisationen typischen informellen Reglements und (Macht-)Spiele, und das „Image" von Organisationen. Zu jedem Thema werden jeweils ein bis zwei klassische Arbeiten (Weber, Luhmann, Crozier/Friedberg, Meyer/Rowan) gelesen. In einem zweiten Seminarteil wird den TeilnehmerInnen die Möglichkeit gegeben, die Aussagekraft des theoretischen Handwerkszeug anhand empirischer Studien zu exemplarischen Organisation (Krankenhaus, Universität, Militär, Polizei, Unternehmen...) zu erproben.

 

Vergangene Lehrveranstaltungen

SoSe 2012

  • Kernseminar: (Kultur)Theorien der Technik
  • Soziologie der Organisation (Seminar)
  • Städtische Sicherheit (Seminar)
  • Forschungskolloquium für ExamenskandidatInnen und DoktorandInnen

WS 2011/12

  • Atomkraft: Hochriskante Technologie und „High-Reliability Organisations“
  • Kulturtheorien der Technik
  • Surveillance-Studies

SoSe 2011

  • Forschungs- und DoktorandInnenkolloquium

WS 2010/11

  • Vorlesung: Grundzüge der Soziologie
  • Kernseminar: Theorie(n) und Phänomene der Risikogesellschaft
  • Forschungs- und DoktorandInnenkolloquium (zus. mit Prof. Dr. Baldo Blinkert)

SoSe 2010

  • Forschungs- und DoktorandInnenkolloquium

 

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