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Lehre

Inhaltsverzeichnis
  1. Aktuelle Lehrveranstaltungen
    1. Grundzüge der Soziologie
    2. Diskurstheorie und Diskursforschung
    3. Zukunftsmanagement. Zur Soziologie von Planung und Prävention
    4. Dispositive der Sicherheit
    5. Forschungskolloquium
  2. SoSe 2011
    1. Einführung in die Kultursoziologie
    2. Soziologie und Kritik
    3. Krisen der Ordnung – Ordnungen der Krise

Aktuelle Lehrveranstaltung

Lektürekurs: Niklas Luhmann »Soziale Systeme«

Termin: Mi. 10:00 bis 12:00 Uhr
Raum: HSA 01 024a (Belchen)
Studienleistung: Input-Referat und Sitzungsmoderation
Prüfungsleistung: Hausarbeit (10-12 Seiten)

 

Mit dem 1984 veröffentlichten Buch Soziale Systeme. Grundriß einer allgemeinen Theorie leistete Niklas Luhmann einen zentralen Beitrag zur soziologischen Theoriebildung. Der Anspruch ist kein geringerer, als eine fachuniverselle Theorie vorzulegen. Behandelt werden Themen wie Kommunikation, Handlung, Sinn, Zeit, Gesellschaft, Konflikt, Interaktion und Rationalität. Umfang und Abstraktionsniveau lassen Luhmanns Schrift zunächst abschreckend und unzugänglich wirken. Nimmt man die Mühe der Lektüre jedoch auf sich, wird man durch zahlreiche »Aha-Erlebnisse« und überraschende Einsichten entschädigt.

 

 

Vergangene Lehrveranstaltungen

Funktionale Differenzierung und soziale Ungleichheit


Die moderne Gesellschaft ist zentral durch zwei Ordnungsprinzipien gekennzeichnet: Einerseits weist sie eine Vielzahl eigenlogischer Teilsysteme auf (Recht, Kunst, Politik, Wissenschaft, Massenmedien, Wirtschaft, Religion, Medizin, Erziehung, Sport, Soziale Hilfe, Familien), die zwar in vielfältiger Weise miteinander interagieren, aber dennoch nicht aufeinander abbildbar sind. Man kann auch sagen, dass sie Ordnungen eigenen Rechts sind. Andererseits wird die moderne Gesellschaft von zahlreichen Formen sozialer Ungleichheit durchzogen, die keine vormodernen Relikte darstellen, sondern genuin moderne Phänomene sind (class, race, gender). Das erste Prinzip wird in der Soziologie gemeinhin als »funktionale Differenzierung« bezeichnet, Letzteres als »soziale Ungleichheit« bzw. »Stratifikation«. Jede anspruchsvolle Gesellschaftstheorie thematisiert beide Ordnungsmuster, wenngleich sie unterschiedlich beschrieben, erklärt und gewichtet werden. Wird das Prinzip funktionaler Differenzierung betont, erscheint die Gesellschaft als horizontal strukturiert, als ein Nebeneinander unterschiedlicher Sphären; werden hingegen soziale Ungleichheiten hervorgehoben, dann ist die Gesellschaft durch eine vertikale Ordnung geprägt, es gibt dann ein klares Oben und Unten. Beiden Prinzipien gemeinsam ist jedoch das Konflikthafte und die Produktion von Differenz.

Das Seminar richtet sich dezidiert an Studienanfänger und Studienanfängerinnen, Vorkenntnisse werden daher nicht vorausgesetzt. Das Seminar bietet zugleich eine Einführung in soziologische Gesellschaftstheorie.

 

Raumsoziologie

 

Der Raum wurde von der Soziologie über lange Zeit als Analysegegenstand vernachlässigt. Zwar finden sich bereits bei den Klassikern vereinzelte Überlegungen zur sozialen Konstitution von Raum – man denke nur an Simmels bekannten Exkurs über die Grenze –, dennoch verblieben diese im Fragmentarischen und ließen sich nicht zu einem Ganzen aufrunden. Seit etwa 15 Jahren ändert sich die Situation und eine eigenständige Raumsoziologie befindet sich im Entstehen. Wenngleich das Seminar der Rede vom »spatial turn« kritisch gegenübersteht, soll das analytische Anliegen der Raumsoziologie ernst genommen werden: Soziale Systeme sind demnach nicht nur räumlich verortet, vielmehr stellen sie ihnen eigene Raumbezüge her – mehr noch: sie konstituieren Räume mit distinkten Grenzen und interner Strukturierung. Angefangen bei den Territorien des Selbst und dem Fahrstuhlfahren, über organisatorische Disziplinarräume und der Stadt als verdichtetem Raum der Nachahmung, bis hin schließlich zum globalen Raum der Weltgesellschaft sowie den Heterotopien soll der Relevanz von Raum auf allen Ebenen des Sozialen nachgespürt werden. Theoretisch werden interaktionistische, systemtheoretische und poststrukturalistische Perspektiven im Zentrum stehen.

 

Lehrveranstaltungen an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg:

Gesellschaftliche Differenzierung (WS 10/11), Niklas Luhmann und Michel Foucault zwei ›moderne Klassiker‹ (SS 10), Gesundheit, Prävention, Risiko (SS 10), Exklusion (WS 09/10), Gesellschaftliche Differenzierung (WS 09/10), Einführung in die Soziologie Émile Durkheims (SS 09), Körper und Gesellschaft (SS 09)

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