Matthias Leanza, Dipl.-Soz.
|
ERASMUS-Fachkoordinator |
Arbeitsschwerpunkte
- Sozial- und Gesellschaftstheorie (insbesondere Grenzbereich von Systemtheorie und poststrukturalistischen Sozialtheorien)
- Wissens- und Kultursoziologie
- Soziologie der Zeit
- Soziologie der Medizin und Prävention
Mitgliedschaften
- Sektion soziologische Theorie (DGS)
- Sektion Medizin- und Gesundheitssoziologie (DGS)
Dissertationsprojekt
»Die Zeit der Prävention. Eine Genealogie des Abwesenden 1750-2010« (Arbeitstitel)
Prävention meint eine Sorge um etwas, das noch nicht geschehen ist und auch nicht geschehen soll – aber könnte. So einfach und stabil dieses Motiv präventiver Intervention zu sein scheint, so vielfältig und mitunter gegenläufig sind seine historischen Erscheinungsformen. Die Studie befasst sich aus der Perspektive einer historischen Soziologie der Zeit mit präventiven Semantiken im Bereich von Medizin und Gesundheit. Mit Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum werden Kontinuitätslinien und Brüche der letzten 250 Jahre schlaglichtartig beleuchtet. Sichtbar werden so die Konturen, aber auch Grenzen eines vielschichtigen Zeitschemas, das gängige Ursache-Wirkungs-Relationen auf den Kopf stellt: Die (noch) nicht eingetretene Erkrankung in der Zukunft fungiert als Ursache ihrer eigenen Verhinderung. Die Gegenwart wird zum Resonanzraum für Ungeschehenes.

