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Dr. Christian Dries

 

 

 

Kontakt:


Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Soziologie
Rempartstraße 15
D–79085 Freiburg

Tel.: +49 761 203-3496
E-Mail: christian.dries@soziologie.uni-freiburg.de
Raum: 4509

Sprechzeiten: nach Vereinbarung per Mail.

 

Zum Profil auf

Academia.edu: https://uni-freiburg.academia.edu/ChristianDries.

und

ResearchGate.net: https://www.researchgate.net/profile/Christian_Dries.

 

Aktuelles:

 

Podiumsdiskussion im Brecht-Haus, Berlin, zur Aktualität von Günther Anders, Hans Jonas und Ivan Illich vom 24. August.

 

 Nächste Veröffentlichung:

  • Dries, Christian (2021): Von Menschen, Flundern und letzten Dingen. Günther Anders’ negative Menschenkunde der Moderne. In: Hannes Bajohr/Sebastian Edinger (Hg): Negative Anthropologie. Ideengeschichte und Systematik einer unausgeschöpften Denkfigur, Berlin: de Gruyter (i.E.).

 Letzte Veröffentlichungen:

  • Dries, Christian (2021): Im Zweifel für den Angeklagten. Rezension zu „Verteidigung des Menschen. Grundfragen einer verkörperten Anthropologie“ von Thomas Fuchs. In: Soziopolis, 1. Juni.
  • Dries, Christian (2021): Das Ich als Unternehmen: Selbstökonomisierung. In: Thomas Hauser/Philippe Merz (Hg.): Vom Bürger zum Konsumenten. Wie die Ökonomisierung unser Leben verändert. Stuttgart: Kohlhammer, S. 128-140.
  • Dries, Christian/Wolfgang Beck (Hg.) 2021: Réparer le monde, c’est préparer l’avenir. Der Günther Anders-Preis für kritisches Denken 2020 an Corine Pelluchon, München: Beck.

 

 

Arbeitsschwerpunkte:

  • Sozialphilosophie/Sozial- und Gesellschaftstheorie
  • Philosophische Anthropologie
  • Kultursoziologie
  • Urteilskraft
  • Nationalsozialismus
  • Günther Anders, Hannah Arendt

 

Gutachtertätigkeiten für: Behemoth, Freiburger Zeitschrift für Geschlechterstudien, HannahArendt.net, Leviathan, Naharaim, Techné, Thesis 11.

 

Habilitationsprojekt:

„Urteilskraft. Genealogie eines Schlüsselbegriffs der Moderne“ (Arbeitstitel)

Die Urteilskraft gehört nicht nur zum begrifflichen Kernbestand der neuzeitlich-modernen Subjektphilosophie, sie ist ein Schlüsselbegriff der Moderne. Gerade heute scheint sie in unterschiedlichen semantischen Gewändern wieder mehr denn je en vogue, als grundlegende philosophische Kategorie, als Bestandteil ethischer Entwürfe, als politisch-kritisches Vermögen und pädagogisches Konzept, als Anrufung und Zumutung. Zugespitzt lässt sich sagen: Während in der Aufklärung alle Individuen (= der allgemeine Mensch) qua Vernunft prinzipiell urteilskräftig sind, aber nicht alles eine Frage der Entscheidung ist, gerät heute alles – vom schnöden Einkauf bis zur Partnerwahl – unter Entscheidungsdruck, während Status und Reichweite der Urteilskraft zunehmend problematisch werden.

Brisant und aktuell ist die Frage nach den Bedingungen der Möglichkeit von Urteilskraft (ihren Ermöglichungs- wie ihren Verwirklichungsbedingungen) vor dem Hintergrund der Shoah. Was bedeutet es für die Urteilskraft, für die Idee des autonomen Vernunftwesens Mensch überhaupt, wenn wir nicht länger davon ausgehen können, dass Adolf Eichmann und die „Vordenker der Vernichtung“ (G. Aly/S. Heim) lediglich subalterne, zu eigener Urteilsbildung unfähige Befehlsempfänger bzw. - so ein gängiger Tätertopos - urteilskraftlose ‚Maschinenteile‘ waren?

Das Habilitationsprojekt will den Metamorphosen der Urteilskraft am Beispiel einschlägiger philosophischer, soziologischer und sozialpsychologischer Texte im Hinblick auf die ihnen korrespondierenden gesellschaftlichen Entwicklungen und Veränderungen nachgehen und dabei u.a. folgende Forschungsleitfragen bearbeiten:

  • Welche Urteilskraftnarrative bilden sich im Rahmen unterschiedlicher geistesgeschichtlicher und sozialgeschichtlicher Entwicklungsphasen bzw. historischer Plateaus der Moderne aus (anders gewendet: was sind die Konstruktionsbedingungen der Urteilskraft),
  • welche Funktion haben sie (für welches gesellschaftliche Problem sind sie eine Lösung; woher kommt der Bedarf nach Urteilskraft)
  • und welche Subjektpositionen/Subjektivierungstypen gehen damit einher?

Das heißt konkret:

  • Wie ändert sich mit der gesellschaftlichen Entwicklung/der Form der Vergesellschaftung auch der Begriff/das Konzept der Urteilskraft (und ihrer Gegenbegriffe)?
  • Welche Akteure thematisieren Urteilskraft (und ihre Gegenbegriffe) auf welche Weise?
  • Wem wird Urteilskraft zu- oder abgesprochen? Welches Geschlecht hat die Urteilskraft?

Veröffentlichungen zum Thema:

  • Dries, Christian (2021): Die Erfindung der Urteilskraft. Eine genealogische Skizze, in: Österreichische Zeitschrift für Soziologie (i.V.).
  • Dries, Christian (2020): ,I have much better judgment than she does‘ oder Warum es die Urteilskraft nicht gibt. Zur Genealogie eines Schlüsselbegriffs der Moderne. In: Aufklärung und Kritik, Jg. 27, Heft 4, S. 59-72.
  • Dries, Christian (2018): Urteilskraftmaschinen. Über Tätersubjektivierung im ,Dritten Reich‘. In: Norbert Otto Eke/Patrick Hohlweck (Hg.): Zersetzung. Automatismen und Strukturauflösung. München: Fink, S. 101-121.
  • Dries, Christian (2016): ‚Was nationalsozialistisch ist oder nicht, wird im Einzelfall entschieden.‘ Hans Frank und die nationalsozialistische Urteilskraft. In: Werner Konitzer/David Palme (Hg.): ‚Arbeit‘, ‚Volk‘, ‚Gemeinschaft‘. Ethik und Ethiken im Nationalsozialismus. (Jahrbuch zur Geschichte und Wirkung des Holocaust). Frankfurt/M.: Campus, S. 171-190.