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Lehre

 

Es werden regelmäßig Lehrveranstaltungen aus den Themenfeldern Sicherheit, Techniksoziologie und Organisations-soziologie angeboten. Schwerpunkte bilden dabei eine kulturtheoretische Ausrichtung, im Bereich empirischer Forschung wird mit qualitativen Methoden, insbesondere mit diskursanalytischer Ausrichtung gearbeitet.

 

SoSe 2017

Nachhaltige Integration: Begleitforschung zu einem Flüchtlingshilfeprojekt (Prof. Dr. Stefan Kaufmann/Sabine Blum)

Mittwoch 9 - 13 Uhr, Kollegiengebäude IV, Übungsraum I

Das Seminar findet als begleitende Forschung zu einem Flüchtlingshilfeprojekt der Stadt Freiburg statt. Ziel des Projekts ist, Geflüchteten durch personelle Hilfestellung von ehrenamtlichen „Multiplikatoren“ mit und ohne Flucht- / Migrationshintergrund so frühzeitig wie möglich Orientierungen für eine nachhaltige Integration zu bieten.  Die Vorbereitung des Projekts wurde in den letzten beiden Semestern durch ein Lehrforschungsseminar unterstützt, das zu folgenden Fragen forschte: Welche sach- und wertbasierte Informationen sollen die Multiplikatoren vermitteln? Welche Formate eignen sich dafür? Wie wird dies von Geflüchteten aufgenommen und welche Art von Unterstützung wünschen sie sich selbst?
Das jetzige Seminar  setzt sich mit der Umsetzung des Projekts im Sinne einer „begleitenden Evaluation“ auseinander. Die Arbeiten erfolgen daher in enger Anbindung an die Projektentwicklung. Das übergreifende Ziel ist, zu erheben, (1) ob und inwiefern das Konzept des Projekts tatsächlich zur Unterstützung von Flüchtlingen beiträgt, (2) welche Defizite sich ggf. zeigen, sowie, darauf aufbauend (3) über Rückkopplungsprozesse zwischen Forschung und ( ehrenamtlicher) Praxis zur Entwicklung des Multiplikatorenprojekts beizutragen. Als Methoden sind (zunächst qualitative) Interviews mit Beteiligten (Bedarfsträger, ehrenamtliche Multiplikatoren, Flüchtlingen) und die teilnehmende Beobachtung an praktischen Angeboten vorgesehen.
Das Seminar ist für einen Neueinstieg in das Thema angelegt. In einem ersten Seminarteil werden grundlegende Konzepte diskutiert (Migration, Integration, Flüchtling),  in die deutsche Migrations-, Integrations- und Asylpolitik eingeführt, ebenso in den Stand der Flüchtlingsforschung und der Forschung zur Flüchtlingshilfe. Ein zweiter Seminarteil wird sich mit Methodenfragen beschäftigen, um schließlich in einem dritten Teil in die Forschungspraxis einzusteigen.
Die Sitzungen finden regelmäßig von 10-12.00 statt (um 10.00c.t Uhr beginnt auch die erste Sitzung);  der längere Zeitrahmen (9-13 Uhr) ist für Sondertermine oder Einzel- bzw. Gruppenbesprechungen zu empirischen Forschungsfragen reserviert.

 

Populismus – Bestimmungen, Theorien, Erscheinungsformen

Mittwoch, 14 - 16 Uhr, Kollegiengebäude IV, Übungsraum I

Der Begriff des Populismus hat – sowohl als politischer Kampfbegriff wie als sozialwissenschaftliche Kategorie  und nicht selten als beides zugleich – seit dem ausgehenden 19. Jahrhundert immer  wieder Konjunktur. Dies auch gegenwärtig: Das Cover eines aktuellen Essays zu Populismus etwa verweist mit Bildern von Victor Orbán, Geert Wilders, Donald Trump, Marine Le Pen, Beppe Grillo und Hugo Chávez noch nicht einmal ansatzweise auf all die Regierungen, Parteien und Bewegungen, die vom demokratietheoretischen Mainstream mit „populistischer Gefahr“ assoziiert werden. Aber schon mit Blick auf die Heterogenität der Genannten stellt sich die Frage, was denn das spezifische Gemeinsame und Abgrenzende, oder anders ausgedrückt: was denn Populismus ist.
Das Seminar wird sich zunächst mit unterschiedlichen Konzeptualisierungen (idealtypischen, typologischen, demokratietheoretischen, relationalen) von Populismus auseinandersetzen. Dabei liegt der Schwerpunkt auf der Populismustheorie von Ernesto Laclau und den mit seiner Theorie verbundenen Fragen nach der Konstitution von Hegemonie und kollektiver Identität (Volk), wie auch nach der konstitutiven Affektgeladenheit des Politischen.  Daran anschließend werden in gegenwartsdiagnostischer Hinsicht Fragen nach den strukturellen Ursachen populistischer Konjunktur – wie Prekarisierung und medialer Umbruch – verhandelt. Ein abschließender Seminarteil widmet sich – je nach Interesse der Teilnehmenden – der Analyse einzelner populistischer Strömungen