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Sabrina Ellebrecht

                                                  

Kontakt

Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
Institut für Soziologie
Rempartstraße 15
D–79085 Freiburg im Breisgau

Tel: + 49 761 203 67712
E-Mail: sabrina.ellebrecht@soziologie.uni-freiburg.de


Sprechstunde: nach Vereinbarung

 

Inhaltsverzeichnis
  1. Kontakt
  2. Arbeitsschwerpunkte
  3. Werdegang
  4. Publikationen
  5. Vorträge / Workshops / Tagungen
  6. Lehre

 

Arbeitsschwerpunkte

 

  • Politische Soziologie
  • Sicherheits- und Polizeiforschung
  • Europa-, Grenz-, Migrations- und Techniksoziologie

 

Dissertationsprojekt "Mediated Bordering" (abgeschlossen)

Schauplätze der Entstehung einer EU Außengrenze: Das Europäische Grenzüberwachungssystem EUROSUR und das Kleine Boot. Die Arbeit beschäftigt sich mit dem Prozess der Entstehung einer EU Außengrenze seit dem Schengener Abkommen von 1985. Dabei geht es nicht primär darum, das Funktionieren einer Außengrenze als EU Institution zu untersuchen, sondern die Konstruktion von Grenz-Räumen darzustellen, die das Grenzgebilde instituieren, sein Werden prägen und damit die Qualitäten der EU Grenzpolitik reflektieren. Dieser Prämisse folgend werden zwei Schauplätze europäischer Grenzziehung in den Blick genommen, und zwar das Europäische Grenzüberwachungssystem EUROSUR und das kleine (Flüchtlings-)Boot. Die zentrale Frage nach dem Entstehungsprozess einer EU Außengrenze wird also übersetzt in die Analyse zweier Schauplätze der EU Grenzziehungsarbeit. Ausgehend von den empirischen Beispielen wird der Versuch unternommen, Ordnungsmodi europäischer Grenzziehung (territorial politics, bio-politics, via-politics) zu gewichtet und generell zur Diskussion zu stellen.

Die Arbeit wurde in englischer Sprache verfasst, im Februar 2017 eingereicht, im März 2018 verteidigt und erscheint Anfang 2020 unter dem Titel "Mediated Bordering" bei transcript.

 

Werdegang

  • seit 03/2019 Projektleitung im Forschungsprojekt "ZuRecht - Die Polizei in der offenen Gesellschaft" (www.projekt-zurecht.de) [zusammen mit Prof. Dr. S. Kaufmann, Prof. Dr. R. Poscher, Prof. Dr. S. Jarolimek]

  • 10/2016 - 02/2019 Wissenschaftliche Referentin im Fachdialog Sicherheitsforschung
  • 03/2018 Promotion mit einer Arbeit zur Entstehung einer europäischen Außengrenzen (summa cum laude)
  • 04/2016-10/2016 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im BMBF-Projekt KOMPASS (Kompetenz und Organisation für den Massenanfall an Patienten in der Seeschifffahrt)
  • 01/2014- 03/2015 Wissenschaftliche Mitarbeiterin im EU-Projekt BESECURE (Best Practice Enhancer for Security of Urban Environments)
  • 04/2013 – 08/2013 Gaststipendiatin am DFG-Graduiertenkolleg „Topologie der Technik“ der Technischen Universität Darmstadt
  • 10/2008 - 03/2013 Promotionsstipendium der Internationalen Graduiertenakademie (IGA) Freiburg [mit Unterbrechung durch Elternzeiten]
  • 2006 Master of Arts in Social Sciences; Global Studies Programme der ALU Freiburg mit Auslandssemestern an der University of KwaZulu Natal in Durban (Südafrika) und der Jawaharla Nehru University in Neu Delhi (Indien)
  • 2003 Bachelor of Arts in Social Sciences (Heinrich-Heine Universität Düsseldorf)
  • 2000-2006 Studium der Soziologie, Politik- und Medienwissenschaft

 

Publikationen

  • Ellebrecht, Sabrina (erscheint 2020): Mediated Bordering. Eurosur, the Refugee Boat, and the Construction of an External EU Border. Bielefeld: transcript.
  • Ellebrecht, Sabrina; Eschenbruch, Nicholas; Zoche, Peter (Hrsg.) (i.E): Sicherheitslagen und Sicherheitstechnologien. Beiträge der ersten Sommerakademie der zivilen Sicherheitsforschung. Berlin: LIT-Verlag.
  • Ellebrecht, Sabrina; Kaufmann, Stefan; Zoche, Peter (Hrsg.) (2019): (Un-)Sicherheiten im Wandel. Gesellschaftliche Dimensionen von Sicherheit. Berlin: LIT-Verlag.
  • Ellebrecht, Sabrina (2014): Verdacht auf See. Zwischen Befugnissen und Signalen. In: Kriminologisches Journal 3(14), S.168-183.
  • Ellebrecht, Sabrina (2014): The European Border Surveillance System EUROSUR: The Computerization, Standardization and Virtualization of Border Management in Europe. In: OSCE Yearbook 2013. Baden-Baden: Nomos, S. 231-243.
  • Ellebrecht, Sabrina (2013): Qualities of bordering spaces: A conceptual experiment with reference to Georg Simmel's sociology of space. In: Lechevalier, Arnaud; Wielgohs, Jan (Hg.): Borders and Border Regions in Europe. Changes, Challenges and Chances. Bielefeld: transcript, S. 45-67.
  • Ellebrecht, Sabrina (2012): A Review on Silja Klepp’s “Europa zwischen Grenzkontrolle und Flüchtlingsschutz. Eine Ethnographie der Seegrenze auf dem Mittelmeer“. In: transcience 3(2), S. 61-64. Verfügbar unter: http://www2.hu-berlin.de/transcience/Vol3_Issue2_2012_61_64.pdf.
  • (als) Grosse Kettler, Sabrina (2010): Researching borders – capturing social imaginary through maps and map-making. Verfügbar unter: http://www.uni-bielefeld.de/tdrc/ag_comcad/downloads/workingpaper_81_Grosse_Kettler.pdf.
  • (als) Grosse Kettler, Sabrina (2007): The Security Challenge for Durban’s Tourism Authority. In: Pattman, Rob; Khan, Sultan (Hg.): Undressing Durban. Durban: Madiba Publishers, S. 257-262.
  • (als) Grosse Kettler, Sabrina (2004): Somalia – a war economy and its promoters. BICC Paper 39. Verfügbar unter: http://www.bicc.de/publications/publicationpage/publication/external-actors-in-stateless-somalia-a-war-economy-and-its-promoters-205/.

 

Vorträge / Workshops / Tagungen

  •  „Technische Schauplätze in der Entstehung einer EU Außengrenze: Großer Datenaustausch und Kleines Boot“, Vortrag in der Reihe Space, Place and Power des Instituts für Soziologie der TU Darmstadt, 17.12.2013.
  • „Zur Technisierung, Standardisierung und Virtualisierung des Grenzmanagements in Europa“, Vortrag während des 45. Jahreskolloquiums der Arbeitsgemeinschaft für Friedens- und Konfliktforschung (AFK), 28.02 - 02.03.2013.
  • "Grenzen im Prozess der Globalisierung", vier Vorträge im Rahmen der Vorlesung “European Social Structure and Global Change”,  Institut für Soziologie der ALU Freiburg, WS 2011/12.
  • „Turning borders spatially, topologically, topographically”, Vorstellung eines Arbeitspapiers während der deutsch-französischen Viadrina Summer School Grenzen und Regionale Ströme, Frankfurt/Oder & Slubice, 04.07. - 07.07.2011.
  • “Why a sociology of space helps to research borders” – Vorstellung eines Arbeitspapiers während der "2nd Flying University of Transnational Humanities (FUTH)", Hanyang University (Seoul), 25.06. - 29.06.2011.

 

Lehre

  • WS 2018/19 (Uni Freiburg): Die Polizei. Zur Soziologie einer Organisation (zusammen mit Prof. Dr. Stefan Kaufmann)
    Wie andere Organisationen der Justiz und Inneren Sicherheit arbeitet die Polizei an der Aufrechterhaltung der normativen Ordnung der Gesellschaft: sie operiert mit der Differenz von Recht und Unrecht, mit der Unterscheidung von "erlaubt " und "verboten", sie überwacht und bestraft. Als einzige Organisation allerdings ist sie mit einer Gewaltlizenz gegenüber der eigenen Bevölkerung ausgestattet. Daraus resultiert die zentrale Ambivalenz der Polizei: sie changiert zwischen Schutz- und Bedrohungsmacht, zugespitzt in den Schlagwörtern vom "Freund und Helfer" und vom "Polizeistaat". Dieser und weiteren Ambivalenzen - wie dem Changieren zwischen Prävention und Repression - widmet sich das Seminar. Neben einer historisch und organisationssoziologisch geleiteten Verortung der Polizei in Staat und Gesellschaft setzt es sich mit gegenwärtigen institutionellen Transformationen sowie dem Alltag von Polizeiarbeit und polizeilichem Handeln auseinander. Themen sind dabei u.a. die Führung in der Polizei, die Kommunalisierung von Polizeiarbeit, der Wandel von Kontrollpraktiken und die Bedeutung neuer Technologien für die polizeiliche Aufklärungsarbeit.

  • SS 2018 Uni Freiburg): Institutionelle Diskriminierung. Theorien struktureller und organisierter Benachteiligung (zusammen mit Nils Ellebrecht)
    Wenn Gruppen- und Personenkategorien zur Herstellung, Begründung und Rechtfertigung von Ungleichheit verwendet werden, spricht man von Diskriminierung. Diskirminierung ist ein komplexes soziales Phänomen, das häufig als aktives Geschehen und individuelles Handeln vorgestellt wird, welches auf Vorurteile, negative Emotionen und Stereotypen basiert. Dies ist Gegenstand sozialpsychologischer Ansätze der Diskriminierungsforschung, die zu Beginn des Seminars eingeführt werden.
    Daran anschließend und auch in Abgrenzung zu diesen Ansätzen widmet sich das Seminar insbesondere der Frage inwiefern und mit welchen Konsequenzen Strukturen, Institutionen und Organisationen diskriminieren, d.h. ungerechte Folgen für soziale Gruppen haben und wie damit gesellschaftlich und politisch umgegangen wird.
    Die Frage "Was ist institutionelle Diskriminierung, und wie kann sie soziologisch und empirisch untersucht werden" ist zentral für das Seminar. Um sich dieser Frage und ihren Beantwortungsmöglichkeiten zu nähern, werden sowohl die Wechselwirkungen von Klassifikationen, Identitätszuschreibungen und Sozialstruktur thematisiert, als auch gefragt, wie Strukturen, Institutionen und Organisationen soziologisch zu begreifen sund und inwieweit davon gesprochen werden kann, dass diese - im Unterschied zum einzelnen Akteur - in der Lage sind, Gruppen oder Personen zu benachteiligen.

  • Sommersemester 2017 (Uni Freiburg): Modern European Thought - Continuities, Changes and Contestations
    (in englischer Sprache im Rahmen des Global Studies Programme)

    Different modern arrangements are a taken for granted of contemporary social, economic and political life: the monopoly of the state, the political and legal connotation of territory, the strive for individualism, the conceptual distinction between culture and nature, and the belief in progress and rationality. The course departs from different texts of modern thinkers in order to explore their arguments and the notion of modernity itself. The seminar follows the ideas and beliefs of different mostly European thinkers and explores their continuities, changes and contestations under the condition of globalizing society and in the context of global studies.

  • Wintersemester 2015/16 (Uni Freiburg): Macht, Herrschaft, Sicherheit
    Macht und Herrschaft werden in der soziologischen Theorie zumeist mit einem dritten Aspekt, dem der Gewalt, thematisiert. Das Seminar folgt diesem konzeptionellen Zusammenhang zunächst in klassischen Texten der Soziologie und Staatstheorie und diskutiert die Bedeutung von Gewalt für die historische Entwicklung moderner Herrschaftsformen.

    Daran anschließend wird dieser ‚Dreiklang‘ durch den Begriff und das Ziel der Sicherheit hinterfragt und verunsichert: Wie verhalten sich die Konzepte und die Bemühungen um Sicherheit zu Macht und Herrschaft? Beeinträchtigen die ‚Konkurrenten‘ der Sicherheit (Gefahr und Risiko) bestehende Herrschaftsformen? Können moderne Gesellschaften ohne Gewalt auskommen und wären sie deshalb dann sicher?

  • Herbstsemester 08/2015-01/2016 (Uni Basel): Migration, Flucht, Mobilität
    Wanderung, Sesshaftigkeit und Vergesellschaftung bedingen sich gegenseitig. Das Seminar Migration, Flucht, Mobilität widmet sich diesen Wechselbeziehungen zunächst über eine theoretische Grundlegung: von Georg Simmels Auseinandersetzung zu Raum, Bewegung und dem Fremden bis zu neueren Ansätzen um Transnationalisierung (u.a. Ludger Pries) und Mobilität (u.a. Tim Cresswell) werden Erklärungs- und Klassifizierungsansätze für Migration erarbeitet. Flucht wird in diesem Zusammenhang gesondert als „bewegtes Machtverhältnis“ (Trutz von Trotha) thematisiert.

    Im Laufe des Seminars werden sodann jene sozialen Figuren besprochen, die diese Wechselbeziehungen zu Tage bringen (der Arbeits- oder Transmigrant, die Nomaden, der Flüchtling, der Fremde, Vagabunden und Touristen) sowie jene politischen Strukturen – wie etwa Grenzen –, die diese Figuren zum Gegenstand machen, sie regulieren, verändern und hervorbringen. Schließlich wird es um eine Reflexion angemessener Methoden der empirischen Sozialforschung gehen, die den bewegten sozialen Verhältnissen gerecht werden. 

 

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