Master of Arts
Bewerbung und Zulassung
Studium
- Allgemeine Bestimmungen der Prüfungsordnung
- Fachspezifische Bestimmungen der Prüfungsordnung
Seit dem Wintersemester 2010/2011 bietet das Institut für Soziologie den konsekutiven und forschungsorientierten Masterstudiengang Soziologie an. Der Masterstudiengang richtet sich an Studierende, die ihren ersten Hochschulabschluss im Fach Soziologie oder einem anderen sozial- und kulturwissenschaftlichen Studiengang erreicht haben. Vorausgesetzt werden grundlegende Kenntnisse soziologischer Theorien sowie der Methoden quantitativer und qualitativer Sozialforschung.
Der Masterstudiengang ist eine attraktive Möglichkeit für Bachelor-Studierende am Institut für Soziologie, ihr Studium in Freiburg fortzusetzen. Das Studienangebot richtet sich ebenso an Bachelor-AbsolventInnen anderer Universitäten, die zum Masterstudium der Soziologie an die Universität Freiburg wechseln wollen.
Gegenstand und Ziele des Masterstudienganges Soziologie
Der Freiburger Masterstudiengang Soziologie vermittelt eine fundierte Theorie- und Methodenausbildung auf dem aktuellen Stand der internationalen Fachdiskussion. Er vertieft die wissenschaftliche Grundausbildung des Bachelorstudiums und befähigt zu eigenständiger sozialwissenschaftlicher Forschungstätigkeit innerhalb und außerhalb der Universität. Der Masterabschluss bildet außerdem die Voraussetzung für ein Promotionsstudium.
Das Studienangebot ist forschungsorientiert und zeichnet sich durch eine breit gefächerte sozial- und gesellschaftstheoretische Fundierung sowie durch die Integration qualitativer wie quantitativer Methoden aus. Das Studium fordert die eingehende Auseinandersetzung mit klassischen und aktuellen Theorien, vermittelt differenzierte Kenntnisse qualitativer und quantitativer Forschungsmethoden und übt sie im Rahmen von Forschungs- und Lehrprojekten ein.
Thematische Schwerpunkte des Masterstudiengangs
Der Masterstudiengang Soziologie in Freiburg orientiert sich am Lehr- und Forschungsprofil des Instituts und ermöglicht eine Schwerpunktsetzung in den folgenden Bereichen:
Gesellschaftstheorien als Werkzeuge
Gesellschaftstheorien als ein Herzstück soziologischer Forschung und Lehre liefern Modelle sozialen Wandels, diagnostizieren die aktuellen Verfasstheit von Gesellschaft und bringen grundlegende Dynamiken, Strukturierungsprinzipien und Wandlungsmechanismen auf den Begriff. In diesem Lehr- und Forschungsschwerpunkt geht es darum, ein Verständnis für unterschiedliche gesellschaftstheoretische Perspektiven zu entwickeln, die sich als Werkzeuge für eine begriffliche Durchdringung und für empirische Analysen von Gegenwartsgesellschaft eignen.
Kultursoziologie
Kultursoziologie ist keine Bindestrich-Soziologie, die sich mit einem bestimmten Ausschnitt der Gesellschaft beschäftigt, sondern eine Perspektive, die das Soziale insgesamt unter dem Blickwinkel der Kultur untersucht. Der soziologische Begriff der Kultur bezieht sich dabei auf die Vielfalt sozialer Praxen, Artefakte und ihrer Deutungsmuster. Das Lehrangebot umfasst die Auseinandersetzung mit klassischen und zeitgenössischen Kulturtheorien, mit diskurs- und machtanalytischen Untersuchungen der Gegenwartskultur, insbesondere zeitgenössischer Subjektivierungsformen, Sozial- und Selbstführungstechnologien. Weitere Schwerpunkte sind die Verbindung zwischen soziologischer Zeitdiagnostik und Gesellschaftskritik und das Verhältnis von Soziologie und Anthropologie.
Geschlechterverhältnisse
Geschlecht strukturiert Gesellschaft ganz wesentlich, bleibt aber aufgrund seiner Selbstverständlichkeit im Alltag wie auch in den Wissenschaften nahezu unsichtbar. Um Gesellschaft adäquat zu verstehen und analysieren zu können, befasst sich dieser Studienschwerpunkt damit, der Kategorie Geschlecht ihre unhinterfragbare Selbstverständlichkeit zu nehmen. Dazu behandelt er Fragen der Ungleichheit zwischen den Geschlechtern, thematisiert Differenzen innerhalb der Geschlechter und setzt sich mit gesellschaftlichen Prozessen der Konstruktion, der Verfestigung oder auch Auflösung von Geschlecht und Zweigeschlechtlichkeit auseinander. Zu diesem Zweck zielen die Lehrangebote auf Theorien von Geschlecht und Intersektionalität, Geschlechterverhältnissen und Gesellschaftsanalyse, auf qualitative Methoden der Geschlechterforschung sowie auf die Bedeutung von Geschlecht in empirischen Feldern rund um Wissen, Alltag, Arbeit, Körper und Sport.
Globalisierung
Globalisierung stellt ein zentrales Phänomen moderner Gesellschaften dar. Es beschreibt die zunehmende weltweite Verflechtung und Verdichtung sozialer Beziehungen in allen gesellschaftlichen Bereichen (Wirtschaft, Politik, Kultur, Kommunikation, Umwelt, etc.) und auf allen gesellschaftlichen Ebenen (zwischen Individuen, Institutionen, Organisationen und Nationalstaaten). Als wesentliche Ursache und Triebkräfte der Globalisierung gelten der technische Fortschritt, insbesondere die Entstehung moderner Kommunikationsmittel (Internet) und das Sinken von Transportkosten sowie die Entstehung einer globalen Weltökonomie. Der Studienschwerpunkt versucht, das Phänomen Globalisierung in seiner Ganzheit zu erfassen und soziologische Zugänge aufzuzeigen. Hierzu werden insbesondere die Auswirkungen des Globalisierungsprozesses auf verschiedene Regionen des globalen Südens in den Fokus gerückt. In Freiburg werden dabei insbesondere folgende Lehr- und Forschungsschwerpunkte verfolgt: Globale Sozialstrukturanalyse und globale Ungleichheitsanalyse, Glokalisierungsphänomene und Eurozentrismus, Kulturelle Globalisierungsprozesse. Der Forschungsbereich ist eng mit dem internationalen Global Studies Programme verbunden, das von Freiburg aus koordiniert wird (www.global-studies.de).
Sicherheit und Gesellschaft
Eine Grundkategorie des menschlichen Daseins ist “Sicherheit”: das tatsächliche oder subjektiv vermeintliche Fehlen von Risiken verschiedenster Art. Auch und besonders unter modernen Bedingungen ist das glaubwürdige Versprechen von Sicherheit eine der zentralen Ressourcen für die Legitimierung von Herrschaft. Zum Thema Sicherheit gehört auch das von Individuen, von Organisationen und vom Staat betriebene „Sicherheitsmanagement“. Damit verbunden sind auch Fragen, die sich auf die Ambivalenz von Sicherheit und Sicherheitsmanagement beziehen: auf der einen Seite das Streben nach Sicherheit, auf der anderen aber auch Einschränkungen von Freiheiten und kreativen Potentialen. Das Thema „Sicherheit“ wird im Studiengang in seiner ganzen Breite berücksichtigt und in einer gegenstandsbezogenen Weise und forschungsnah behandelt.
Studienvoraussetzungen
Zum Masterstudiengang Soziologie kann nur zugelassen werden, wer einen Abschluss mit einem Notendurchschnitt von mindestens 2,5 an einer deutschen Hochschule in einem Bachelorstudiengang der Soziologie oder in einem gleichwertigen mindestens dreijährigen sozialwissenschaftlichen Studiengang an einer deutschen oder ausländischen Hochschule absolviert hat. Über die Gleichwertigkeit anderer Hochschulabschlüsse entscheidet die Zulassungskommission.
Bewerber/innen haben den Nachweis zu erbringen, dass sie im Rahmen des zum ersten Abschluss führenden Hochschulstudiums durch erfolgreiche Absolvierung von Lehrveranstaltungen in der Soziologie mindestens 60 ECTS-Punkte erworben haben, wobon jeweils mindestens 20 ECTS-Punkte auf die Soziologische Theorie und auf die Methoden empirischer Sozialforschung entfallen müssen. Verlangt werden außerdem sehr gute Sprachkenntnisse in Deutsch (DSH-2 bzw. TestDaF 4) und Englisch (Niveau B 2 des Gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen). Näheres regelt die Zulassungsordnung.
Inhalt und Aufbau des Masterstudienganges Soziologie
Der forschungsorientierte Masterstudiengang Soziologie ist in seiner Form klassisch aufgebaut und besteht aus folgenden Modulen:
- Soziologische Theorie und Empirie in der Moderne:
Zwei Masterseminare in den Schwerpunkten des Instituts
- Forschungsmethoden – Grundlagen:
Eine Lehrveranstaltung in quantitativen, qualitativen oder integrativen Methoden der empirischen Sozialforschung
- Vertiefung ausgewählter Themenbereiche:
Forschungsmethoden – Vertiefung: Lehrveranstaltung zu speziellen und komplexen Methoden empirischer Sozialforschung
oder
Allgemeine Soziologie – Vertiefung: Lehrveranstaltung zur Vertiefung theoretischer Felder und Themengebiete der Soziologie - Interdisziplinäre Aspekte der Soziologie:
Lehrveranstaltungen zu interdisziplinären Aspekten der Soziologie aus der Perspektive von Nachbarfächern
- Forschungsorientierte Praxis:
„Masterprojekt“: Mitarbeit in einem Forschungsprojekt oder Gestaltung eines eigenen Forschungs- oder Studienprojektes
- Forschungs- und Lehrpraxis:
Wahlpflichtveranstaltungen, in denen die Studierenden in verschiedener Hinsicht sich fachliche Kompetenzen aneignen, die in unterschiedlichen Feldern und Herangehensweisen bedeutsam sind in Hinblick auf organisatorische und didaktische Aspekte von Forschung und Lehre
Studienverlaufsplan in grafischer Übersicht:


